Viele professionelle Trader handeln mit CFDs (Contracts for Difference). Das sind Derivate, die an die Differenz zwischen Geld- und Briefkursen gebunden sind. So bilden sie Kursbewegungen von Aktien, Währungen (Forex), Rohstoffen oder Indizes nach. Das Verlockende an CFDs ist jedoch, dass sie sich mit Hebel handeln lassen. Trader können so mit geringem Einsatz ein Vielfaches der Gewinne realisieren – aber auch riesige Verluste einfahren. Auch Short-Positionen, also Wetten auf fallende Kurse, lassen sich mit CFDs eingehen. Möglich machen diese riskante Form des Wertpapierhandels CFD-Broker, die Zugriff auf Aktien-CFDs, ETF-CFDs, Rohstoff-CFDs und andere Zertifikate mit einem Hebel von bis zu 1:30 bieten. Aber welcher CFD-Broker ohne Nachschusspflicht bietet gute Konditionen? COMPUTER BILD hat fünf beliebte Anbieter im großen CFD-Broker-Vergleich 2026 unter die Lupe genommen.
Was sind CFDs?
CFDs (Contracts for Difference) erlauben Anlegern die Spekulation auf Indizes, Rohstoffe, Währungen, Aktien, Kryptos und mehr. Die meisten CFDs sind Hebel-Produkte: Der CFD-Broker verlangt für die Eröffnung eines CFDs nicht den vollen Wert der Position, sondern nur einen Anteil – die sogenannte Margin. Gehebelte CFDs vervielfachen damit Gewinne wie Verluste einer Position und sind hochvolatil. Nur erfahrene Anleger mit umfassender Erfahrung sollten über den Handel mit CFDs nachdenken, denn die Mehrheit der Privatanleger verliert hier Geld.
Während klassische Aktien eine Beteiligung an einem Unternehmen darstellen, ist ein CFD eine reine Wette auf die Kursentwicklung. CFDs sind Differenzgeschäfte: Da CFDs sich auf die Kursentwicklung beziehen, können Anleger auf steigende (Long) und auf fallende Kurse (Short) spekulieren. Dadurch ergeben sich zusätzliche Anlagemöglichkeiten. CFDs sind nicht auf den Aktienhandel beschränkt. Differenzkontrakte lassen sich für fast alle Anlageklassen eröffnen: Kryptos, Indizes, ETFs, Währungen, Futures, Rohstoffe, Gold und andere Edelmetalle sowie Staatsanleihen.
Margin CFDs: So funktioniert der Hebel
Die Besonderheit von CFDs ist die Hebel-Option. Wer in einen CFD investieren will, hinterlegt beim CFD-Broker die Margin. Diese ist ein Bruchteil des Basiswerts und liegt für Privatanleger meistens zwischen 3,33 und 50 Prozent. Eine Margin von 10 Prozent repräsentiert einen Hebel von 1:10. Ein einfacher Vergleich zeigt, wie ein gehebelter CFD zwar den potenziellen Gewinn multipliziert – aber auch das Risiko:
- Sie investieren 500 Euro in eine Aktie bei einem Kurs von 10 Euro. Sie verkaufen die Aktie bei einem Kurs von 11 Euro und realisieren so einen Gewinn von 50 Euro.
- Sie investieren 500 Euro in einen CFD, der die Kursentwicklung des Unternehmens abbildet. Beim CFD-Broker eröffnen Sie eine Position mit einem Hebel von 10. Die eröffnete Position hat damit einen Wert von 5.000 Euro. Nachdem der Kurs auf 11 Euro steigt, schließen Sie die Position und realisieren einen Gewinn von 500 Euro.
- Sinkt der Kurs dagegen um einen Euro, realisieren Sie mit einer Aktie einen Verlust von 50 Euro – bei einem CFD liegt der Verlust bei 500 Euro. Ihr eingesetztes Kapital ist also futsch.
Mehr als das gesamte eingezahlte Kapital können Anleger in Deutschland allerdings nicht verlieren, denn die Nachschusspflicht ist für Kleinanleger gesetzlich ausgeschlossen. Nur professionelle Trader müssen Verluste vollumfänglich ausgleichen.
CFD-Broker-Vergleich: Kosten im Überblick
Die Kosten für CFDs unterscheiden sich vom klassischen Handel mit Aktien, ETFs (Exchange Traded Funds) und Kryptowährungen. Folgende Faktoren müssen Sie bei der Wahl Ihres CFD-Brokers 2026 beachten:
- Spread: Wie beim Aktienhandel fällt bei jeder Transaktion der Spread an. Der Spread ist die Differenz zwischen Markt- und Verkaufspreis.
- Kommission/Ordergebühr: Viele CFD-Broker lassen sich ihre Leistung in Form einer prozentualen Gebühr vergüten. Einige CFD-Broker wie XTB verzichten jedoch auf eine sogenannte Kommission.
- Overnight-Gebühr: Overnight-Gebühren fallen an, wenn Anleger eine Position über zwei oder mehr Tage halten. Dann geht der CFD-Broker mit seinem Kapital in Vorleistung und es fallen die sogenannten Finanzierungskosten an – wie bei einem Kredit. Die Höhe der Overnight-Fees orientiert sich in der Regel an einem Referenzzinssatz (etwa einem Interbankensatz oder brokerinternen Referenzwerten, beispielsweise bei Anbietern wie IBKR), auf den ein prozentualer Auf- oder Abschlag erhoben wird. Dieser Aufschlag variiert je nach Broker sowie je nach gehandeltem Basiswert. Es handelt sich dabei jedoch nicht um einen direkten Zinshandel, sondern um eine an Referenzsätzen ausgerichtete Finanzierungskomponente innerhalb des CFD-Produkts. Je nach Währung der Position oder des zugrunde liegenden Assets können zusätzlich Umrechnungs- beziehungsweise Wechselkursgebühren anfallen.
CFD-Trading: App ist immer dabei
Auch wer CFDs handelt, muss nicht unbedingt zu Hause am Monitor vor dem Notebook oder PC sitzen. Wie bei Aktien, ETFs und Co. bieten mittlerweile die meisten CFD-Broker eine App für iOS (Apple) und Android an, mit der sich bequem am Smartphone handeln lässt. Bei allen vier Anbietern im CFD-Broker-Vergleich ist das der Fall. Allerdings sollten sich Nutzerinnen und Nutzer gut überlegen, ob sie die Entscheidungen, riskante CFDs mit Hebel zu kaufen, mal eben so unterwegs in der U-Bahn oder abends beim Ausgehen treffen sollten. Denn Fehler können hier besonders teuer werden.
CFD-Broker-Vergleich: eToro
eToro ist eine Social-Trading-Plattform, auf der Anleger nicht nur Aktien, ETFs, Kryptowährungen und CFDs handeln, sondern auch die Strategien anderer Anleger kopieren können. Auf eToro können über 7.200 verschiedene Vermögenswerte gehandelt werden. Der Handel mit CFDs (Contracts for Difference) ermöglicht es, auf Preisbewegungen von Aktien, Indizes, Rohstoffen oder Währungen zu spekulieren, ohne den Basiswert physisch zu besitzen; bei CFDs sind zudem Hebel möglich (z. B. bis maximal 1:30 für bestimmte Anlageklassen).
Wenn eine CFD-Position über Nacht geöffnet wird, fallen sogenannte Übernacht- oder Finanzierungskosten an – diese werden täglich berechnet und vom Kontoguthaben abgezogen. Die Berechnung unterscheidet sich je nachdem, ob die Position long (Kauf) oder short (Verkauf) ist: Hierbei ist die eToro-Gebühr für Long-CFDs auf Aktien 6,4 Prozent p.a., zu der ein Benchmark-Zinssatz (z. B. ein Referenzzins wie SOFR) addiert wird. Für Short-CFDs sind in der Praxis bei den meisten Aktien derzeit keine pauschalen Übernachtkosten mehr üblich, weil sie als easy to borrow klassifiziert sind. Nur bei wenigen Titeln mit > 10 Prozent Leih-Kosten fällt eine Gebühr an, die näher an den angeführten Prozent-Bereichen liegen kann.
Für den Handel mit US-Aktien und US-ETFs müssen Anleger das W-8BEN-Formular ausfüllen, um die reduzierte Quellensteuer gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen zu nutzen; eToro stellt das Formular online zur Verfügung. Die Mindesteinzahlung beträgt in vielen Ländern 50 US-Dollar. eToro-Konten werden in US-Dollar geführt; bei Einzahlungen in Euro fällt eine Währungsumrechnungsgebühr an, Einzahlungen selbst sind sonst gebührenfrei. Für Auszahlungen berechnet eToro eine Pauschale von 5 US-Dollar. Zur Verfügung stehen sowohl eine Webplattform als auch eine mobile App, und Nutzer können über ein Demokonto risikofrei üben.
Für den Handel mit US-Aktien und US-ETFs müssen Anleger das W-8BEN-Formular ausfüllen, um die reduzierte Quellensteuer gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen zu nutzen; eToro stellt das Formular online zur Verfügung. Die Mindesteinzahlung beträgt in vielen Ländern 50 US-Dollar. eToro-Konten werden in US-Dollar geführt; bei Einzahlungen in Euro fällt eine Währungsumrechnungsgebühr an, Einzahlungen selbst sind sonst gebührenfrei. Diese Umrechnung erfolgt automatisch, da das Konto ausschließlich in USD geführt wird. Für Anleger bedeutet das: Wer regelmäßig Kapital in Euro einzahlt oder häufig zwischen Währungen wechselt, sollte die Umrechnungsgebühren im Blick behalten, da sie sich mit der Zeit summieren können. Ein direkter Ausgleich über separate Währungskonten – wie bei einigen anderen Brokern – ist bei eToro nicht vorgesehen. Für Auszahlungen berechnet eToro eine Pauschale von 5 US-Dollar. Zur Verfügung stehen sowohl eine Webplattform als auch eine mobile App, und Nutzer können über ein Demokonto risikofrei üben.
Copy Trading stellt keine Anlageberatung dar. Der Wert Ihrer Anlagen kann steigen oder fallen. Ihr Kapital ist gefährdet. Die Performance in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.
CFD-Broker-Vergleich: XTB
Mehr als 11.900 Finanzinstrumente gibt es beim CFD-Broker XTB. Der Hebel beträgt maximal 1:30. Wer den Anbieter erst mal testen will, für den gibt es ein kostenloses Demokonto. Auch der Einstieg ins richtige Trading ist Niedrigschwellig: Bei XTB gibt es keine Mindesteinzahlungen und das Depot ist kostenlos. Beim Basic-Konto verzichtet XTB bei echten Aktien und ETFs auch auf Kommissionen, solange der monatliche Umsatz unter 100.000 Euro bleibt. Kunden müssen beim Handel nur einen Spread bezahlen. Der variiert je nach Finanzinstrument, genau wie die SWAP-Kosten, die bei länger gehaltenen CFDs anfallen. Für den Handel bietet XTB eine eigene Software und auch eine darauf basierende Smartphone-App ist vorhanden. Ebenfalls gut: Neukunden bekommen
bis zu 2,3 Prozent Zinsen p.a. für die ersten 90 Tage auf nicht investierte Einlagen, Bestandskunden bis zu 0,9 Prozent p.a. bis auf Weiteres.
Wichtig für Trader: Beim Handel von Werten in Fremdwährungen fällt eine Währungsumrechnungsgebühr von 0,5 % an. Diese kann sich insbesondere bei häufigem Trading oder größeren Volumina spürbar auf die Rendite auswirken. Gleichzeitig ist es bei XTB unkompliziert möglich, Guthaben in andere Währungen umzutauschen und entsprechende Handelskonten in Euro, US-Dollar und Schweizer Franken zu führen. Wer z.B. regelmäßig US-Werte handelt, kann daher sinnvollerweise einen Teil seines Kapitals in ein USD-Konto transferieren. So lassen sich wiederholte Umrechnungen vermeiden und Kosten langfristig reduzieren.
Risikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 75 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
CFD-Broker-Vergleich: Lynx
Bei LYNX handeln Anleger eine große Auswahl an Basiswerten als CFDs mit einem Hebel von maximal 1:30 (für Privatkunden gemäß ESMA-Vorgaben). Da LYNX als Introducing Broker mit Interactive Brokers zusammenarbeitet, basiert das Angebot technisch auf deren Infrastruktur. Ein kostenloses Demokonto steht zur Verfügung, um die Plattform kennenzulernen.
Die Finanzierungskosten für über Nacht gehaltene CFD-Positionen setzen sich aus einem Referenzzinssatz (Benchmark) und einem Aufschlag (Spread) zusammen. Der Spread besteht dabei aus dem IBKR-Spread sowie einem zusätzlichen LYNX-Aufschlag von 2 %. Insgesamt ergibt sich somit: Benchmark-Zinssatz + (IBKR-Spread + 2 % LYNX-Spread). Für den Handel stehen mehrere leistungsfähige Plattformen wie die Trader Workstation sowie Web- und Mobile-Lösungen zur Verfügung. Orders können zudem auch telefonisch aufgegeben werden.
63 % der privaten CFD-Konten verlieren Geld beim Handel mit diesem Anbieter.
CFD-Broker-Vergleich: IG
Die mit Abstand größte Auswahl im CFD-Broker-Vergleich bietet IG. Von Aktien und Indizes über Forex und Rohstoffen bis hin zu Kryptowährungen: Mehr als 17.000 Basiswerte sind hier handelbar. Wer will, kann sich auch erst mal mit einem Demokonto ans CFD-Trading rantasten. Dazu passend stellt IG auf seiner Website Einsteigern auch einiges an Lernmaterial zur Verfügung. Ebenfalls umfangreich sind die viele Apps und Programme, mit den Kundinnen und Kunden hier handeln können. Die Mindesteinzahlung beträgt überschaubare 300 Euro, zum Eröffnen des Accounts müssen Nutzer nichts hinterlegen.
75 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.
CFD-Handel: Nur für Profis
CFDs sind für viele Anleger wegen der Aussicht auf schnelle, überproportionale Gewinne attraktiv. Doch höhere Gewinnchancen gehen immer mit entsprechend höheren Risiken einher. Die Mehrheit der Privatanleger verliert beim CFD-Handel Geld – und durch den Hebel kann im Extremfall das gesamte eingesetzte Kapital verloren gehen.
Auch das Emittentenrisiko sollten Anleger nicht unterschätzen: Zwar greift bei regulierten Brokern die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro, sie schützt jedoch nur das Guthaben auf dem Konto. Offene CFD-Positionen sind davon nicht erfasst. Im Insolvenzfall greift zusätzlich die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW), die jedoch lediglich 90 Prozent der Forderung und maximal 20.000 Euro abdeckt.
CFDs eignen sich daher vor allem für erfahrene und risikobewusste Anleger, die die Funktionsweise und Dynamik der Märkte genau verstehen. Für den langfristigen Vermögensaufbau spielen sie in der Regel keine Rolle, sondern sind eher ein Instrument für kurzfristig orientierte Strategien mit bewusst eingegangenem Risiko.
*Unsere unabhängigen Experten beschäftigen sich regelmäßig mit Produkten und Dienstleistern. Die daraus resultierenden Artikel stellen wir Ihnen kostenfrei zur Verfügung. COMPUTER BILD erhält eine kleine Provision, wenn Sie einen Link etwa anklicken oder bei einem verlinkten Anbieter einen Vertrag abschließen. Anmerkung: Die Inhalte auf computerbild.de sind keine spezifischen Anlage-Empfehlungen und enthalten lediglich allgemeine Hinweise. Autoren, Herausgeber und die zitierten Quellen haften nicht für etwaige Verluste, die durch den Kauf oder Verkauf der in den Artikeln genannten Wertpapiere oder Finanzprodukte entstehen. Speziell komplexe Finanzprodukte wie CFDs bergen ein hohes Risiko. Zwischen 64 uns 82 Prozent der Konten von Privatanlegern (je nach Anbieter) verlieren laut Angaben der Unternehmen Geld, wenn sie CFDs handeln.